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Paartherapie · Ablauf · Lesedauer ca. 4 Min.

Paartherapie Ablauf — Was passiert in der ersten Sitzung?

Paartherapie Ablauf — erste Sitzung in der Praxis Köln-Nippes

Der schwierigste Moment in einer Paartherapie ist nicht das erste schwierige Gespräch. Es ist der Weg zur Praxistür. Weil da die Bilder im Kopf sind — muss ich jetzt alles auspacken? Wird es peinlich? Wird jemand weinen? Ich verstehe das. Und deshalb erzähle ich Ihnen hier, wie es in meiner Praxis wirklich läuft. Ohne Überraschungen.

Das Erstgespräch: Erst einmal ankommen

Die erste Sitzung dauert 90 Minuten, und sie ist bewusst anders als alles, was danach kommt. Es geht nicht um Lösungen. Es geht ums Kennenlernen — und zwar in beide Richtungen. Ich möchte verstehen, wer Sie sind. Was Sie einmal zusammengebracht hat. Und was Sie jetzt hierherführt. Gleichzeitig sollen Sie spüren, ob mein Raum ein Ort ist, an dem Sie sich öffnen können.

Ich frage: Was hat Sie bewogen, jetzt zu kommen? Was soll am Ende anders sein? Wie sieht Ihr Alltag als Paar gerade aus? Das sind keine Verhörfragen. Sie bestimmen, wie viel Sie erzählen. Nichts muss. Alles darf.

Danach: Muster sichtbar machen

Ab der zweiten Sitzung schauen wir genauer hin. Ich arbeite systemisch — das heißt, mich interessiert nicht, wer Recht hat. Mich interessiert, was zwischen Ihnen passiert. Welche Muster sich eingeschliffen haben. Was geschieht, wenn einer von Ihnen ein bestimmtes Thema anspricht. Wo das Gespräch kippt — und warum.

Dafür nutze ich verschiedene Wege. Manchmal stelle ich Fragen, die erst mal ungewohnt klingen — etwa: Was glauben Sie, was Ihr Partner sich wünschen würde, wenn er es selbst gerade nicht sagen kann? Manchmal bitte ich Sie, eine Situation einmal anders durchzuspielen. Manchmal arbeiten wir mit Aufstellungen oder Bildern. Es gibt keinen festen Ablauf. Jede Sitzung richtet sich danach, was gerade dran ist.

Zwischen den Sitzungen passiert das Eigentliche

Die meisten Paare kommen alle zwei bis drei Wochen. Und die Zeit dazwischen? Die ist mindestens so wichtig wie die Stunde bei mir. Denn dort probieren Sie das aus, was wir besprochen haben. Manchmal klappt es. Manchmal nicht. Beides bringt uns weiter — weil wir beim nächsten Mal anschauen können, was funktioniert hat und wo es gehakt hat.

Hausaufgaben im klassischen Sinn gebe ich selten. Eher Impulse. Kleine Dinge zum Beobachten. Zum Beispiel: Achten Sie diese Woche darauf, wann Sie innerlich abschalten, wenn Ihr Partner redet. Nicht um es zu ändern. Nur um es zu bemerken.

Wann ist eine Paartherapie zu Ende?

Eine gute Paartherapie macht sich selbst überflüssig. Irgendwann merken Sie, dass die Abstände zwischen den Sitzungen größer werden. Dass Sie die Werkzeuge, die wir zusammen gefunden haben, allein einsetzen können. Dass Konflikte Sie nicht mehr sprachlos machen, sondern Sie wissen, wie Sie hindurchgehen.

Manche Paare brauchen sechs Sitzungen, andere zwanzig. Es gibt kein richtig oder falsch. Die Therapie dauert so lange, wie sie Ihnen etwas gibt.

Was Sie nicht befürchten müssen

Niemand zwingt Sie, über etwas zu sprechen, worüber Sie nicht sprechen wollen. Es gibt keine Bloßstellung, keine Schuldzuweisungen — und ich nehme keine Seite. Was in meinem Raum gesagt wird, bleibt dort. Und wenn Sie nach der ersten Sitzung merken, dass es nicht passt? Dann ist das so. Nicht jeder Therapeut passt zu jedem Paar. Das ist kein Scheitern — das ist normal.

Manchmal ist ein Gespräch der Anfang.

Wenn Sie wissen möchten, ob Paartherapie etwas für Sie sein könnte — rufen Sie an oder schreiben Sie mir.

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