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Therapie · Einstieg · Lesedauer ca. 4 Min.

Angst vor Therapie — Warum der erste Schritt so schwer fällt

Angst vor Therapie — Hemmschwellen überwinden und den ersten Schritt wagen

Vielleicht lesen Sie seit Wochen Artikel über Therapie. Vielleicht haben Sie schon Therapeuten gegoogelt, Preise verglichen, sich vorgestellt, wie es wäre, dort anzurufen. Und dann das Handy wieder weggelegt. Nicht weil Sie keine Hilfe brauchen. Sondern weil die Angst vor dem Schritt größer ist als der Leidensdruck — zumindest heute. Morgen sieht es vielleicht anders aus. Und übermorgen legen Sie das Handy wieder weg.

Falls Sie sich darin wiedererkennen: Sie sind damit nicht allein. Die Hemmschwelle ist hoch — bei fast allen. Und sie hat Gründe, die man ernst nehmen sollte.

Was steckt wirklich dahinter?

Die Angst vor Therapie ist selten die Angst vor dem Therapeuten. Es ist die Angst vor dem, was man über sich selbst erfahren könnte. Sich verletzlich zeigen — vor einem fremden Menschen. Jemand schaut hinter die Fassade, die man jahrelang aufgebaut hat. Und manchmal ist es auch die Angst, dass sich etwas verändern könnte. Denn Veränderung kann bedrohlich sein, selbst wenn der Zustand, in dem man steckt, schmerzhaft ist.

Dazu kommen Glaubenssätze, die tief sitzen. „Ich schaff das allein" — besonders bei Menschen, die es gewohnt sind, für andere stark zu sein. Hilfe anzunehmen fühlt sich dann wie Schwäche an. Obwohl das Gegenteil stimmt.

Was Sie im Erstgespräch erwartet

Kein Verhör. Keine Diagnose auf dem Silbertablett. Kein Moment, in dem Sie alles offenlegen müssen. Ein Erstgespräch bei mir ist ein Kennenlernen. Ich frage, was Sie herführt, und Sie erzählen so viel oder so wenig, wie sich richtig anfühlt. Ich erkläre, wie ich arbeite. Und am Ende entscheiden Sie, ob es passt. Ohne Verpflichtung, ohne Druck.

Die meisten Menschen sind überrascht, wie normal das ist. Kein dunkles Zimmer, keine Couch, kein analysierender Blick über eine Brille. Sondern ein Gespräch. Ehrlich, respektvoll, auf Augenhöhe.

Fünf Ängste — und was ich dazu sage

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll." — Müssen Sie auch nicht. Dafür bin ich da. Ich stelle Fragen, der Rest ergibt sich.

„Was, wenn ich weine?" — Dann weinen Sie. Das ist keine Schwäche, das ist Ehrlichkeit. Tränen sind in meiner Praxis willkommen.

„Was, wenn die Therapeutin mich verurteilt?" — Das werde ich nicht. Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Menschen in Krisen. Nichts, was Sie mir erzählen, wird mich schockieren.

„Was, wenn es nichts bringt?" — Möglich. Nicht jede Therapie passt zu jedem Menschen. Aber ein Erstgespräch kostet Sie eine Stunde und ein bisschen Überwindung. Nicht hinzugehen kostet Sie möglicherweise deutlich mehr.

„Brauche ich das wirklich, oder übertreibe ich?" — Wenn Sie lange genug darüber nachdenken, um diesen Artikel zu lesen — dann übertreiben Sie wahrscheinlich nicht.

Der schwerste Schritt ist der erste

Ich weiß, dass es Mut kostet. Und ich weiß, dass dieser Mut sich lohnt — nicht sofort, nicht in der ersten Sitzung, aber über die Zeit. Sich Hilfe zu holen ist einer der erwachsensten und mutigsten Schritte, die ein Mensch machen kann.

Sie müssen ihn nicht perfekt machen. Sie müssen ihn nur machen.

Sie müssen nicht alles wissen, bevor Sie anfangen.

Eine kurze Nachricht reicht. Ich melde mich — und dann schauen wir gemeinsam, ob es passt.

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