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Familientherapie · Erziehung · Lesedauer ca. 4 Min.

Erziehungskonflikte — Wenn Eltern sich nicht einig sind

Erziehungskonflikte zwischen Eltern — gemeinsame Linie finden

Bevor Kinder da sind, reden Paare selten über Erziehung. Warum auch? Man teilt die gleichen Werte, den gleichen Humor, das gleiche Leben. Und dann kommt das erste Kind, und plötzlich stellt sich heraus: Er findet, Kinder dürfen auch mal schreien. Sie findet, man muss sofort reagieren. Er sagt: „Du verwöhnst ihn." Sie sagt: „Du bist zu hart."

Und der Streit, der beim Kind begann, landet bei der Beziehung.

Warum Erziehungskonflikte fast immer Beziehungskonflikte sind

Ich bin überzeugt: Hinter dem Streit über Bettgehzeiten und Medienkonsum stehen fast immer tiefere Themen. Wer bestimmt hier eigentlich? Werde ich als gleichwertiger Elternteil ernst genommen? Und — vielleicht am wichtigsten — wie wurde ich selbst erzogen, und was will ich auf keinen Fall wiederholen?

Jeder bringt seine eigene Geschichte mit. Wer als Kind streng erzogen wurde, reagiert entweder mit dem Wunsch, es genauso zu machen — oder mit dem Wunsch, es auf keinen Fall so zu machen. Beides ist verständlich. Aber wenn zwei Menschen mit unterschiedlichen Erziehungsgeschichten aufeinandertreffen, entsteht ein Spannungsfeld, das weit über die Frage hinausgeht, ob das Kind um sieben oder um acht ins Bett soll.

Was Kinder wirklich brauchen

Keine perfekten Eltern. Das sage ich aus voller Überzeugung. Was Kinder brauchen, sind Eltern, die bei den großen Linien an einem Strang ziehen. Kinder sind erstaunlich klug darin, Risse zwischen den Eltern zu erkennen — und für sich zu nutzen. Wenn Mama Nein sagt, frage ich Papa. Wenn Papa streng ist, gehe ich zu Mama. Das ist kein Zeichen von Bösartigkeit. Es ist ein kluges Überlebensprogramm.

Was Kinder aber wirklich verunsichert, ist nicht, dass Eltern unterschiedlich sind. Sondern dass Eltern sich wegen ihnen streiten. Wenn das Kind zum Anlass wird, über den die Eltern ihre Konflikte austragen, gerät es in eine Rolle, die es überfordert. Es fühlt sich schuldig — obwohl es nichts dafür kann.

Wie Sie als Elternpaar eine gemeinsame Linie finden

Nehmen Sie die Erziehungsdiskussion aus dem Moment heraus. Nicht vor dem Kind über die richtige Reaktion streiten. Stattdessen abends hinsetzen und in Ruhe fragen: Was ist passiert? Was hat jeder von uns gefühlt? Wie machen wir es beim nächsten Mal?

Und dann — das ist der schwierigere Teil — schauen Sie auf Ihre eigene Geschichte. Warum reagiere ich so, wie ich reagiere? Was davon kommt aus meiner Kindheit? Ist das, was ich tue, wirklich gut für mein Kind — oder wiederhole ich nur ein altes Muster?

Wenn Sie diese Gespräche allein nicht mehr führen können, ohne im alten Streit zu landen, kann eine Paartherapie helfen. Ich arbeite mit Elternpaaren daran, hinter die Erziehungsdiskussionen zu schauen und die eigentlichen Themen freizulegen. Das entlastet nicht nur die Beziehung. Es entlastet vor allem die Kinder.

Der erste Schritt ist oft der schwerste

Wenn Sie als Eltern nicht mehr weiterkommen und die Erziehung zur Dauerbaustelle geworden ist — lassen Sie uns reden.

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