Zu wem gehört Dein Schmerz?

Wenn wir uns Ihr Anliegen aus sytemischer Perspektive betrachten, kann es sich herausstellen, dass Ihr seelischer oder körperlicher Schmerz zu einem anderen, vielleicht sogar schon verstorbenen Familienmitglied, teilweise sogar über Generationen hinweg, zu Ihnen gebracht wurde. Dieser Vorgang läuft mehr oder weniger durch subtile und unbewusste Verstrickungen ab. Es gibt sozusagen ein "Familiengedächtnis und Familienerbe".

 

Nun können Sie vielleicht schon erahnen, was das für Ihr Leben und soziales Umfeld bedeutet,nämlich jahrelange eingeschränkte Lebensqualität in welcher Form auch immer.

 

Hier sind einige Symptom-Beispiele aufgeführt, die möglicherweise zu einem anderen Familienmitglied gehören:

  • Depression
  • Ängste
  • Psychosen
  • Hohe Anspruchshaltung, Perfektionismus und Leistungsfokussierung
  • Sündenbock- und Opferrolle
  • Traumatisierung durch Krieg, sexuellem Missbrauch, Gewalt
  •  verminderter Fluss der Lebenskraft
  •  Drogenabhängigkeit und Alkoholismus
  •  Autoagressivität bis hin zum Suizid
  •  Beeinträchtigung der Gesundheit

          Warum leben wir oft das Leben anderer?

  • Wir sind sind mit einem Elternteil verschmolzen.
  • Wir lehnen einen Elternteil ab.
  • Es kam in der frühen Kindheit zu einem Bruch mit der Mutter.
  • Wir identifizieren und mit einem Mitglied unseres Familiensystems.
  • Aus unbewusster Loyalität einem Menschen gegenüber
  • Aus der Hoffnung heraus, dass man uns liebt
  • Wiedergutmachung und Schuldgefühle
  • Verstrickungen, die wir nicht kennen
  • Es gibt ein Familiengeheimnis

"Genau jene Höhle, die zu betreten du dich ängstigst, erweist sich als Quelle dessen, wonach du suchst." J. Campbell: Reflections on the art of living

 

Zum Finden des Schlüsselproblems gibt es verschiedene Übungen, die Sie durchführen können und die in der Therapie eingesetzt werden können.

Damit Sie einen Vorgeschmack hierzu bekommen, können Sie schon mal mit der 1. schriftlichen Übung beginnen.

  1. Lenken Sie den Fokus auf ein Problem, das Sie in Ihrem Leben zurzeit sehr belastet.
  2. Was ist das dringlichste Thema (Symptom, Gefühl) für das Sie Heilung suchen?
  3. Welche Veränderung würden Sie gern sehen?
  4. Zensieren Sie sich nicht!
  5. Schreiben Sie alles auf, was für Ihr Empfinden wichtig ist.
  6. Notieren Sie es, wie es Ihnen einfällt. Es spielt keine Rolle, was in Ihnen aufsteigt - schreiben Sie unbeirrt weiter.
  7. Sollte Ihnen nichts einfallen, beantworten Sie diese Frage: Was befürchten Sie, falls das Gefühl, das Symptom oder der Zustand beziehungsweise die Erkrankung nie weggehen würde? Was könnte mit Ihnen passieren?

Literatur zu diesem Thema:

Dieser Schmerz ist nicht meiner, Marl Wolynn, Kösel-Verlag, München, 2. Auflage 2017

"Wer nach außen schaut, der träumt, wer nach innen schaut, erwacht." C.G. Jung

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